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Fünfzig ist das neue Dreißig – Midlife-Crisis war gestern

Glücklich ab fünfzig

Was bringt uns die zweite Lebenshälfte?

Dieses Jahr habe ich meinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Es war ein spannendes Datum, denn alle sagten mir schon seit ca. 10 Jahren, oh da gehst du ja stramm auf die fünfzig zu. Komme ich jetzt in die Midlife-Crisis? Was mich da wohl erwartet? Auf jeden Fall sollt es ein großes Fest werden. Auf Grund der Corona Krise konnte dies jedoch nicht wie geplant stattfinden, stattdessen habe ich dann nur mein engstes Freunden eingeladen. Eine gute Entscheidung, denn es wurde ein wirklich schöner Abend. Es war toll, mit den Menschen zusammen zu sein, die mir viel bedeuten und mit denen ich die letzten Jahre verbracht habe. Tatsächlich war es sogar noch schöner, als wenn sich auf einem großen Fest alles verlaufen hätte und man nur so vom einem zum anderen hätte springen könnte. Die Gespräche, die wir auf diese Weise führen konnten, waren so viel intensiver und vertrauter. Es kann durchaus Vorteile haben, wenn sich etwas anderes ergibt als geplant. Die Herausforderung liegt darin, das Positive in der Veränderung zu erkennen.

Die Unsicherheit mit dem Alter – ab durch die Midlife-Crisis

Meine Gratulanten wussten gar nicht so recht ob sie mir gratulieren oder mich bemitleiden sollten. Zögerlich kommen so Aussagen wie „für dein Alter siehst du echt jung aus“. Immerhin zähle ich ja jetzt offiziell zu den Alten. Es ist wirklich interessant, das Verhalten und die anfängliche Unsicherheit der Freunde zu beobachten. Nachdem ich offiziell verkündet habe, dass jetzt meine beste Zeit beginnt und ich davon absolut überzeugt bin, legte sich die Spannung. Ein guter Freund fragte noch zögerlich, ob ich denn schon die Midlife-Crisis Merke, worauf ich antwortete: „Na klar, ich fühle mich glücklicher als je zuvor!“, denn ich weiß, dass für mich mit der zweiten Lebenshälfte eine relaxte Zeit anbricht, eine Lebensphase in der ich mehr Gelassenheit verspüren werde, in der ich mehr Zeit für mich selber aufbringen kann. Die Midlife-Crisis entsteht im Kopf, wir entscheiden selber darüber, wie wir diesen Lebensabschnitt empfinden. Natürlich wird einem am fünfzigsten bewusst, dass man nun die Lebensmitte überschritten hat und wir näher ans Ende heranrücken. Es liegt jedoch an uns selber, wieweit wir uns davon beeinflussen lassen. Klar denkt man auch mal darüber nach, was man so erreicht hat und was man erreichen wollte. All das ist nichts verwerfliches, ganz im Gegenteil, jetzt haben wir die Zeit und Möglichkeit noch mal Vollgas zu geben und Dinge auf den Weg zu bringen.

Midlife-Crises

Es ist nie zu spät für Veränderung

Ich kann mit Überzeugung sagen, dass ich in meinem Leben meist das gemacht habe, was ich wollte. Ein Gefühl, dass ich etwas verpasst habe, vielleicht nicht alles erreicht habe was ich wollte, habe ich nicht. Ich weiß, dass ich immer mein Bestes gegeben habe und mit meinen Möglichkeiten, dass umgesetzt habe, was mir möglich gewesen ist. Das alles bedeutet jedoch nicht, dass ich noch Wünsche, Träume und Ziele habe. Mit fünfzig ist doch noch nichts vorbei, mir stehen noch alle Türen offen. Es ist nie zu spät etwas Neues zu beginnen, etwas umzusetzen, was man seit Jahren vor sich herschiebt. Die Menschen werden heute deutlich älter als noch vor Jahren. Die Medizin, die Lebensumstände, und das Lebensbewustsein machen es möglich. Mit Fünfzig ist man bei weitem noch nicht alt. Die heutige Fünfzig ist das frühere Dreißig.  

Juhu bald Rente

Zu oft höre ich von anderen, dass sie sich auf die Rente freuen, oh, noch 10-15 Jahre, dann habe ich es geschafft, Hallo? Was denn geschafft? Es kann doch kein Ziel sein, auf die Rente hin zu arbeiten. Wir leben jetzt, gerade im Moment und dass sollten wir genießen und nicht dem Gedanken nachlaufen, dass mit der Rente alles anders wird. Dadurch schmeißen wir doch tolle Lebenszeit weg. Was ändert sich denn schon in der Rente? OK, du arbeitest nicht mehr, macht das in Wahrheit glücklicher? Wenn du dir jedoch eine Arbeit ausgesucht hast, in der du 30 Jahre unglücklich gewesen bist, dann hast du deine Möglichkeiten nicht ausgenutzt, dann ändert auch durch die Rente nichts. Nur weil du nicht mehr arbeitest, kommt nicht plötzlich das Glück. Glück entsteht aus deinen Gedanken und deiner Einstellung und die verändert sich nicht dadurch, dass sich die Umstände verändern. Lebe jeden Tag und genieße, dass was du erlebst. Zu jeder Zeit hast du die Möglichkeit etwas zu verändern, etwas anders zu machen, wenn du das Gefühl hast, dass du im Hamster Rad läufst. Vergiss die Midlife-Crisis und Verändere deine Denkweise und du veränderst dein Leben.  

Midlife-Crises

Die Vergänglichkeit der Schönheit

Viel zu sehr beschäftigen wir uns mit unserem Alter, prüfen wo gerade wieder eine neue Falte entstanden ist, überlegen wie es uns gelingen könnte, jünger und attraktiver auszusehen. Warum? Wir wissen seit Kind an, dass unser Leben konstant mit Veränderung zu tun hat, sowohl in Bezug auf unser Verhalten und Denken, wie auch bei unserem Aussehen. Wir durchleben unterschiedlichste Lebensphasen, und genau das ist auch gut so. Jeder von uns wird älter und die Schwerkraft sorgt mit den Jahren dafür, dass man uns das Altern auch ansieht. Die Werbung unterstützt den Drang nach Jugendlichkeit und vermittelt uns, dass nur hübsche und attraktive Menschen liebenswert sind. Alles Unsinn, nicht das Aussehen ist wichtig, welche Art von Mensch wir sind ist wichtig.  Was bedeutet denn in Wahrheit schon „schön“. Jeder Mensch hat sein eigenes Empfinden. 

Jede Lebensphase hat seine eigenen Erlebnisse

Es gibt keinen Grund dafür Angst vorm Altern zu haben und auch nicht vor der Midlife-Crisis. Genieß jedes Lebensjahr und akzeptiere, dass jedes Alter seine Vorzüge hat. Heute tue ich Dinge, dich ich mit vierzig nicht gemacht hab, mit vierzig habe ich Dinge gemacht die ich mit Dreißig nicht gemacht habe und so weiter. Jede Lebensphase bringt uns ganz eigene Erlebnisse. Akzeptier den Lauf der Zeit, verschwende deine kostbare Lebenszeit nicht damit, dich darüber zu ärgern, dass du älter wirst. Fünfzig ist ein geiles Alter.